Das war ein historischer Erfolg! Die 18-jährige Julia Stusek hat bei den MSC Hamburg Ladies Open das erste WTA-Hauptfeldmatch ihrer Karriere gewonnen. Auf dem Center Court am Rothenbaum zauberte sie gegen die ehemalige French-Open-Halbfinalistin Nadia Podoroska eine faszinierende Aufholjagd in den Sand und gewann nach mehr als zweieinhalb Stunden mit 3:6, 6:3 und 6:4 – es war der größte Erfolg ihrer noch jungen Profi-Karriere.
„Hoffentlich war das der Erste von vielen Siegen. Ich bin so glücklich, dass ich das nach dem ersten Satz noch drehen und gewinnen konnte. Ich habe versucht aus meiner Nervosität pure Freude zu machen. Es macht so viel Spaß und ich bin so dankbar, für die Gelegenheit hier spielen zu dürfen“, sagte Stusek nach dem verwandelten Matchball am Mikrofon von Stadionsprecher Matthias Killing. Stusek hat somit die Grundlage für ein mögliches deutsches Duell im Achtelfinale geschaffen. Ihre nächste Gegnerin wird im Duell zwischen der Hamburgerin Tamara Korpatsch und Victoria Kasintseva ermittelt.
Korpatsch ist eine von insgesamt sieben Deutschen, die am Dienstag zum Schläger greifen wird. Im Mittelpunkt steht dabei fraglos das Match zwischen Lokalmatadorin Noma Noha Akugue und Valentina Steiner, die dank einer Wildcard im Hauptfeld startet.
Niemeier & Barthel schaffen Sprung ins Hauptfeld
Die deutschen Spielerinnen stellen bei den diesjährigen MSC Hamburg Ladies Open die mit Abstand größte Fraktion. Nach Abschluss der Qualifikation sind insgesamt acht Vertreterinnen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) beim WTA-250er-Turniers dabei. Am Montag qualifizierten sich Jule Niemeier und Lokalmatadorin Mona Barthel für das Hauptfeld. Gerade für Niemeier ist das möglicherweise ein wegweisender Erfolg. Durch ihren 6:4, 4:6, 6:1-Sieg über die Estin Elena Malygina steht sie erstmals seit einem Jahr wieder in einem WTA-Hauptfeld. „Es macht immer sehr viel Spaß hier zu spielen. Es ist einfach viel passiert. Aber ich glaube, wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir langsam Dinge auch verstanden und eine Lösung gefunden haben“, erklärt Niemeier, die aktuell vom Hamburger Georg von Massow betreut wird. Am Dienstag spielt sie nun gegen die Argentinierin Maria Carle.
Mona Barthel hat derweil ihren Heimvorteil genutzt und freut sich auf ein Duell mit der Kasachin Julia Putintseva, das ebenfalls am Dienstag ausgetragen wird. „Man hat selten die Chance zuhause zu spielen, deswegen freue ich mich sehr über den Erfolg. Ich habe vor kurzem mal überlegt, ich mache das schon 18 Jahre. Ich kann wirklich dankbar sein, dass ich das schon so lange machen kann“, erklärt die mittlerweile 36-Jährige.
Schade Victoria!
Für den großen Coup hat es für Victoria Brand nicht gereicht. Die 16-Jährige konnte nach ihrem Überraschungssieg zum Auftakt der Qualifikation gegen Kathinka von Deichmann die finale Hürde zum Hauptfeld nicht nehmen. Trotz einer sehr mutigen und couragierten Vorstellung unterlag die Kielerin gegen Elena Pridankina mit 3:6, 3:6, sammelte aber unheimlich wichtige Erfahrungen. „Es war ein echt cooles Gefühl, vor allem weil es so nahe an meinem Zuhause ist. Es hat richtig Spaß gemacht auf dem Center Court zu spielen, das war eine tolle Erfahrung. Natürlich war ich auch nervös, aber ich habe mich schnell an die Atmosphäre gewöhnt. So ein Turnier gibt mir auch die Bestätigung, dass ich gerade schon eine Menge richtig mache“, bilanzierte Brand.