„Ich möchte alle Fans dazu einladen, sich Rollstuhltennis einmal anzuschauen“

Seit 2021 ist die ehemalige Top 10-Spielerin Andrea Petkovic als Turnierbotschafterin beim Hamburger WTA-Turnier dabei. In ihrem Premierenjahr stand sie noch aktiv auf dem Center Court und erreichte das Endspiel. Mittlerweile zieht die Darmstädterin jedes Jahr hinter den Kulissen die Fäden bei den MSC Hamburg Ladies Open. Im Interview vor dem Turnierstart spricht sie über die Lokalmatadorinnen, ehemalige Siegerinnen und über die Faszination von Rollstuhltennis.

Aus deutscher Sicht sind Tamara Korpatsch und Noma Noha Akugue sicher beim WTA-250er-Turniers dabei. Wie sind die beiden einzuschätzen?

„Es sind beide Hamburgerinnen, beide Lokalmatadorinnen. Noma hat vor drei Jahren das Finale am Rothenbaum erreicht. Danach hatte sie eine kleine Durststrecke, aber hat sich jetzt wieder richtig in Form gespielt, deswegen traue ich ihr einiges zu. Sie ist auf Sand richtig stark und eine unglaubliche Athletin. Das Gleiche gilt auch für Tamara. Sie ist eine absolute Sandplatzspezialistin, kann jede Gegnerin in die Verzweiflung treiben. Sie kämpft wie ein Stier und ich glaube, dass beide für Überraschungen sorgen können und freue mich darauf, sie wieder spielen zu sehen.“

Mit Elena-Gabriela Ruse und Anna Bondar kehren auch zwei ehemalige Siegerinnen zurück. Was traust Du ihnen zu?

„Gabi Ruse hat dieses Jahr richtig gutes Tennis gespielt. Anna Bondar auch, sie hat Elina Svitolina bei den French Open an den Rand einer Niederlage getrieben und im dritten Satz nur ganz knapp mit 6:7 verloren. Sie hat aus dem Sieg im Einzel und Doppel 2024 in Hamburg richtig viel mitgenommen. Letztes Jahr stand sie dann wieder im Finale und ist nur an Lois Boisson gescheitert. Man kann also sagen, dass sie in Hamburg immer gut spielt.

Ruse hat es vor wenigen Wochen in Bad Homburg aus der Qualifikation bis ins Halbfinale geschafft. Sie mag die Turniere in Deutschland auf jeden Fall und hat in Hamburg ihren bisher einzigen Titel gewonnen. Irgendwas in Deutschland treibt sie zu Höchstleistungen an. Ich kenne sie ganz gut, ich habe ja damals im Finale am Rothenbaum gegen sie verloren (lacht). Sie spielt einfach gerne in Deutschland und deswegen wird sie sicherlich auch in diesem Jahr wieder ein richtig gutes Turnier spielen.“

Das Turnier ist in diesem Jahr wieder ein „Combined Event“, denn die Hamburg Wheelchair Open, das größte deutsche Damen-Rollstuhltennisturnier, wird vom 23. bis 26. Juli parallel zum WTA-Event ausgetragen. Hattest Du schon die Möglichkeit, Rollstuhltennis live zu verfolgen?

„Also ich schaue bei den Grand-Slam-Turnieren regelmäßig Rollstuhltennis-Matches. Da habe ich das große Glück, meistens vor Ort zu sein, wenn Wheelchair-Tennis groß zelebriert wird, vor allem in Australien. Aber inzwischen ist es auch bei den anderen Grand Slams angekommen, auch in Paris wird es jetzt auf die großen Plätze gelegt.

Ich möchte alle Fans dazu einladen, sich Rollstuhltennis einmal anzuschauen, wenn man es bisher noch nicht live gesehen hat. Das ist wirklich komplett faszinierend, was die Spielerinnen auf dem Court veranstalten, wie schnell sie sind, wie schnell sie sich im Rollstuhl bewegen und dabei auch noch schlagen, wie schnell die Aufschläge sind – also ich kann es wirklich jedem Hamburger Tennisfan ans Herz legen, sich das mal anzugucken. Es werden Weltklasse-Spielerinnen aufschlagen, richtig große Stars der Rollstuhltennisszene. Deswegen, wer das noch nie gesehen hat: Dies ist die Eintrittskarte dazu in Hamburg.“