Kohlschreiber kämpft sich in die zweite Runde

Das größte Kompliment gab es wohl von seinem Gegner nach dem Match am Netz: „Er hat mich gefragt, ob ich 21 Jahre alte bin, weil ich noch so beweglich bin“, erzählte Philipp Kohlschreiber nach seinem 7:6 (7:5), 6:4-Auftaktsieg bei den Hamburg European Open gegen den  Spanier Jaume Munar (24). Da musste der Augsburger dann doch lachen: „Ein wenig älter bin ich schon.“

Die Zuschauer*innen auf dem Center Court hat der „alte Mann“ mit seinen 37 Jahren bei seinem 17. Start am Rothenbaum dennoch begeistert. Nachdem er zuletzt drei Mal in Folge in der ersten Runde gescheitert war, wollte er in diesem Jahr den vorzeitigen Abschied unbedingt vermeiden. Er wehrte im ersten Durchgang zwei Satzbälle ab, kämpfte sich nach einem 5:6-Rückstand mit einem Break noch in den Tiebreak. Und er ließ sich im zweiten Satz auch nicht dadurch beirren, dass der zähe Mallorquiner auf der anderen Seite des Netzes sechs Matchbälle abwehren konnte bis der siebte mit einer Longline-Rückhand endlich saß.

„Da war ich schon ein wenig nervös“ gab der erfahrene Schwabe zu, „Das Spiel war monster-intensiv, wie ein Finale. Ein super Match.“ Die Fans sahen es ebenso und bejubelten jede gelungene Aktion des Weltranglisten-117. Jetzt hat er einen Tag Pause, „das ist perfekt für mich.“ Kohlschreiber hat schließlich noch etwas vor: „Ich war hier zweimal im Halbfinale, mal sehen, ob ich vielleicht noch toppen kann.“

Nach dem Match erzählte der Augsburger, dass er sich praktisch selbst eine Verwarnung erteilt hatte. Bei seinem siebten Matchball hatte sein Coach Markus Hipfl ihm kaum hörbar zugeraunt, wo er seinen Aufschlag platzieren soll. Nur der Stuhl-Schiedsrichter bekam die verbotene Anweisung mit. „Ich habe dann gesagt, er soll mir bitte eine Warnung geben“, erzählte Kohlschreiber. So geschah es. Es war egal, er beendete anschließend das Match, dennoch ärgert er sich über diese strenge Regel: „Ich bezahle einen Coach nicht dafür, dass er da nur stumm rumsitzt. Wo ist das Problem, wenn es außer dem Schiedsrichter niemand hört.“ Bei den Damen übrigens ist Coaching seit einem Jahr erlaubt.

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