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“Es gibt nichts, was die Zeit bei den Hamburg European Open ersetzen könnte”

Sie sind die stillen Helden der Hamburg European Open. Die Jungs und Mädchen, die meist im Hintergrund stehen aber doch unersätzlich sind. Auch unsere Ballmädchen und Balljungen hatten sich riesig auf die Turnierwoche im Juli gefreut und hoffen nun, dass eine Austragung des Rothenbaum-Turniers in diesem Jahr doch noch möglich ist.

Die 17-jährige Sarah Bany gehört mittlerweile seit sechs Jahren zum Kreis der Ballkinder und hat uns berichtet, wie man eigentlich Ballkind wird, was ihren Job so besonders macht und wie enttäuscht sie ist, dass sie in diesem Jahr die Ferien nicht am Rothenbaum verbringen kann.

„Zur Arbeit als Ballkind gehört nicht nur die Performance, die man letztendlich auf dem Platz von uns sieht. Bevor man als Ballkind arbeiten kann, muss man sich bei den Try-Out-Tagen erstmal dafür qualifizieren. Bei den Try-Out-Tagen muss man vorgegebene Übungen absolvieren, die für die Arbeit als Ballkind wichtig sind. Dabei geht man auch auf kleinere Turniere und kann schon ein bisschen üben. Am Ende wird von den Leitern des Ballkinderteams entschieden, wer als Ballkind für die Hamburg European Open geeignet ist und wer im Team bleiben darf.

Wenn man es bis dahin geschafft hat, ist es die Aufgabe des Ballkindes, auf dem Platz für den Tennisspieler da zu sein und ihm seine Wünsche zu erfüllen. Dazu gehört, dass man ihm die Bälle bringt, sie ihm aus dem Weg räumt, ihm sein Handtuch reicht und ihn, wenn nötig, mit einem Sonnenschirm vor der Sonne schützt. All diese Aufgaben müssen dann auch ziemlich schnell ausgeführt werden. Am Ende sollen die Ballkinder auf dem Platz so wenig wie möglich auffallen und das Spiel soll reibungslos ablaufen. Das wären auch dieses Jahr wieder meine Aufgaben gewesen, wäre das Turnier auf Grund von Covid-19 nicht abgesagt worden. Es wäre mein sechstes Jahr am Rothenbaum gewesen. Fünf Jahre war ich nun schon als Ballkind beim Turnier und immer wieder war es für mich eine der schönsten Wochen des Sommers. Nicht nur wegen der Arbeit als Ballkind an sich, sondern auch weil es immer so großen Spaß macht, mit dem ganzen Team zu arbeiten. Neben und auf dem Platz ist die Zusammenarbeit und Gemeinschaft gut. Es gehört zu den schönsten Momenten, zusammen auf dem Platz aufzulaufen und ein Teil dieser besonderen Atmosphäre auf dem Tennisplatz zu sein. Mein Ziel ist es immer, mich soweit nach oben zu arbeiten, dass ich auf dem Center Court arbeiten darf, denn dort ist die Stimmung am besten und dort spielen auch die besten Spieler. Es ist schon toll, bei einem Tennisspiel von außen zuzusehen aber live auf dem Platz dabei zu sein, ist etwas, was nicht viele erleben dürfen.

Dementsprechend schade ist es auch, dass ich das dieses Jahr nicht erleben darf. Jedes Jahr habe ich mich darauf gefreut und auch dieses Jahr war die Vorfreude groß – bis dann die Nachricht kam, dass die Hamburg Open im Juli nicht stattfinden kann. Für mich persönlich ist das besonders schade, da dieses Jahr mein letztes Jahr als Ballkind gewesen wäre. Sollte das Turnier noch zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr stattfinden, gibt es für mich vielleicht noch eine kleine Chance.

Stattdessen verbringe ich meine Ferien jetzt auf dem Campingplatz bei meiner Uroma. Auch hier habe ich eine schöne Zeit, doch es gibt nichts, was die Zeit bei den Hamburg Open ersetzen könnte.“ (Sarah Bany)

 

 

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