Drama pur – Zverev im Halbfinale!

Es gibt Matches, die gehen in die Turniergeschichte ein. Das Viertelfinale zwischen Alexander Zverev und Filip Krajinovic gehört ganz sicher zu diesen Spielen, das die Hamburger Tennisfans so schnell nicht vergessen werden. Alexander Zverev stand beim Stand von 2:6 und 2:5 schon mit dem Rücken der Wand und drehte den Spieß mit der bedingungslosen Unterstützung des Publikums am Rothenbaum. Rund 8000 Fans auf dem prall gefüllten Center Court standen wie ein Mann hinter Zverev, feuerten ihn bei seiner beispiellosen Aufholjagd immer wieder an und bejubelten schließlich den 2:6, 7:5, 6:2-Erfolg des Lokalmatadors.

Zverev ging zwischenzeitlich durch ein tiefes sportliches Tal: Nach dem ersten Break des Serben verlor die deutsche Nummer Eins den Faden und Satz eins mit 2:6 und gleich darauf noch einmal 15 Punkte in Folge. Doch auch beim 0:3 oder kurz darauf beim 2:5 verlor Zverev nicht die Nerven: „Ich habe einen Weg gesucht, um dieses Match zu gewinnen. Und das ist mir gelungen. Jetzt spiele ich morgen um ein weiteres Finale“, sagte der Hamburger.

Die Fans litten mit dem Publikumsliebling, verloren aber nie die Hoffnung und bewiesen auch gutes Gespür, als beim Stand von 3:5 und Breakball für Zverev eine Zuschauerin auf der Tribüne ärztlich versorgt werden musste. Als es wieder zur Sache ging, schnappte sich der amtierende ATP-Weltmeister direkt das Break und auch die nächsten drei Spiele. Zverev spielte beflügelt vom begeisterten Hamburger Anhang jetzt sein bestes Tennis, schaffte mit einem 7:5 den Satzausgleich und schwamm auch im dritten Satz auf der Euphoriewelle. Selbst ein zwischenzeitliches Re-Break von Krajinovic konnte Zverev nicht mehr beeindrucken. Der Serbe agierte jetzt etwas zu passiv und der French Open-Viertelfinalist zog konsequent durch. Nach dem verwandelten Matchball ließ sich der Weltranglisten-Fünfte mit Standing Ovations feiern und wusste die Unterstützung der Fans zu schätzen:  „Ohne euch hätte ich das nicht geschafft, ihr habt mich wirklich gepusht, vielen Dank!“ sprach Zverev abschließend und genoss noch einmal das Bad auf dem „Center Court der Welt“.

Am Sonnabend steht Zverev erstmals nach fünf Jahren wieder im Hamburger Halbfinale und bekommt es ab 13.30 Uhr (live im NDR-Fernsehen) mit Vorjahressieger Nikoloz Basilashvili zu tun.  Der Georgier wurde gegen Jeremy Chardy früh seiner Favoritenrolle gerecht und brachte Chardy, der kaum direkte Punkte erzielen konnte, schier zur Verzweiflung. Basilashvili, der mit Jan de Witt einen deutschen Trainer hat, dominierte die Begegnung mit seinen krachenden Grundschlägen, während Chardy keine Lösung fand, um dem starken Gegner Einhalt zu gebieten. Nach 67 Minuten feierte der Vorjahressieger einen ungefährdeten 6:2, 6:3-Erfolg. „Ich habe mich vor Hamburg etwas ausgeruht, das macht sich jetzt bezahlt. Außerdem habe ich meinen Matchplan wirklich gut umsetzen können und bin speziell mit meinem Aufschlag sehr zufrieden“, fasste der Rothenbaum-Champion zusammen.

Für Basilashvili war es der achte Sieg in Hamburg in Folge. Im Halbfinale wartet für ihn mit Alexander Zverev allerdings seine bisher größte Herausforderung auf der Hamburger Asche überhaupt.

 

 

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